Autor: Hannah Schraven

Capmany ist einen Besuch wert.

10 Dorfschönheiten der Costa Brava

Die Costa Brava – ganze Reiseführer widmen sich mittlerweile ihrer rauen Schönheit, den zahlreichen hübschen Dörfern und der kulturellen Vielfalt der Region. Wir widmen uns diesmal den weniger klassischen Touristenschönheiten und haben für Sie zehn der schönsten Dörfer an der Costa Brava zusammengestellt. Neben der wohl bekanntesten Perle – Cadaqués – gibt es nämlich noch zahlreiche weitere, die entdeckt werden wollen. Zehn Dorfschönheiten, die Lust auf mehr machen und Fernweh versprechen.. 

Das Gaudí Haus am Passeig de Graçia.

Barcelona – 48 Stunden

Barcelona – Pulsierende Metropole Barcelona ist eine dieser Städte, in denen es leichter fällt zu bleiben, als zu gehen. Kein Wunder, dass immer wieder Reisende im Schoß der pulsierenden Metropole stranden – welche andere Stadt Europas kann von sich behaupten, mit den Zehen im warmen Mittelmeer zu baden und dabei gleichzeitig eine kulturelle Krone auf dem Haupt zu tragen. Die seit Jahrhunderten nahezu unberührte, beeindruckende Architektur, auf die man bei Streifzügen durch das gotische Viertel stößt, die niemals ruhenden, subkulturellen Szenebezirke, Picassos und Gaudis Spuren, die das Herz eines jeden Kunstfans höher schlagen lassen – Barcelona ist eine Verführerin, die ihr Handwerk mit Perfektion beherrscht. Wie wäre es also, mit einem 48 Stunden Date, um einen klitzekleinen Vorgeschmack zu bekommen? Wer nicht an Liebe auf den ersten Blick glaubt, wird hier wohlmöglich vom Gegenteil überzeugt.

Schokoladige Schätze am Strand.

Kochen als Kunst, die die Sinne betört…

Die Besten kochen wiederum in Spanien. Beim diesjährigen Top-50-Ranking des «Restaurant Magazine» in London ist «El Celler de Can Roca» aus Girona auf Platz 1 gewählt worden. Das inzwischen mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant war 1986 von Joan und Josep Roca in der Nähe der Bar ihrer Eltern als typisch katalanisches Lokal eröffnet worden. Heute wird es von drei Brüdern Joan (Küchenchef), Josep (Sommelier) und Jordi (Patissier) geführt und ist bekannt für die Kombinationen aus katalanischen Gerichten, innovative Techniken sowie den leidenschaftlichen Service seiner Besitzer. Seit 2011 hatte das Restaurant der Roca-Brüder im weltweiten Ranking auf Platz 2 gelegen.

Kloster Sant Pere de Rodes

Sant Pere de Rodes

Der Sonnenaufgang – Sant Pere de Rodes In einem alten Reiseführer hatten wir vor Jahren einmal gelesen, dass man vor dem Morgengrauen – auf spanisch madrugada – aufbrechen sollte, um einen spektakulären Sonnenaufgang über dem Cap de Creus vom Kloster Sant Pere de Rodes oder – besser noch – dem Castell de Sant Salvador aus zu erleben. Das haben wir bisher leider noch nicht geschafft. Aber auch zu späteren Tageszeiten und bei guter Sicht ist das Panorama grenzenlos. Kloster Sant Pere de Rodas Wir fuhren an einem Tag mit leichtem Tramuntana in Richtung Vilajuïga. Dort biegt eine kleine beschilderte Straße durch den Ort in Richtung Berge ab. Gleich hinter dem Dorf wechselt die Landschaft und bekommt Gebirgscharakter: Felsige grüne Bergwiesen, knorrige Stein- und Korkeichenhaine, eine Schafherde dazwischen, Vogelgezwitscher. Die schmale Straße windet sich die Berge hinauf. Wir genießen die Einsamkeit. Am ersten Parkplatz weiter oben halten wir an. Hier steht eine alte Steinruine. Der Geruch von Grillwürstchen kitzelt unsere Nasen. An dem großen öffentlichen Grill- und Picknickplatz der Masiaruine herrscht reges Treiben. Wir laufen vor …

Hafen von Empuriabrava

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön…

… besonders an der Costa Brava. Denn die „wilde“,  „raue“ und „ungezähmte“ Küste begeistert immer wieder neu mit ihren bizarren Felsen, versteckten Buchten und malerisch zerzausten, knorrigen Pinien – inszeniert von glitzernden Sonnenstrahlen – umgeben von paradiesischer Idylle. Das kristallklare Wasser spiegelt das brillante Blau der Unendlichkeit des Himmels. Weiße Tupfen auf blauer See: Wellenschaum und Möwenreigen. Virtuos schaukeln wir dem Abenteuer entgegen.

Fischer Boss Costa Brava Sonnenaufgang

Fischer Roses – ein Tag auf dem Fischerboot

Blick hinter die Kulissen – ein Tag auf dem Fischerboot Fünf Uhr morgens, Hafen von Roses. Tintige Dunkelheit umfängt die Gassen, in die sich um diese Zeit noch keine Menschenseele verirrt, matt und regungslos breitet sich das Meer vor den Hafenmauern aus, einzig ein paar verstreute Flutlichter erhellen die schwarze Wasseroberfläche. Noch gleicht das ganze Gelände einem schlafenden Tier, das seinen kühlen Atem in gleichmäßigen Stößen in die Luft entlässt. Man muss zugeben, das neuste Angebot der Estació Nàutica und Confraria de Pescadors in Roses, bei dem man einen Tag lang einen Fischer auf seinem Boot begleitet, ist nichts für Zartbesaitete – doch alleine schon die Aussicht auf den spektakulären Sonnenaufgang über dem Meer, der einem normalerweise entgeht, lockt auf die See.

Das Kloster, das einen Ort gebar – San Juan de las Abadesas

Normalerweise sind es die Orte, die ihre Mauern und Häuser, Kirchen und Klöster hervorbringen – mit San Juan de las Abadesas verhält es sich genau andersherum. So urig das am Fuße der Pyrenäen gelegene, mittelalterliche Nest mit seinen steinernen Fassaden, herrschaftlichen Gutshäusern und dem plätschernden Springbrunnen inmitten eines grünen Parks auch wirken mag – es ist der aus dem 12. Jahrhundert stammende, monumentale Klosterbau im Herzen des Dorfes, der dem Ort Leben einhauchte und ihm seinen Namen lieh. Was für ein Geheimnis verbirgt sich also hinter den schweren Holztüren, dem die Menschen eine solche Bedeutung beimaßen? Auf den ersten Blick mutet San Juan de las Abadesas mit seiner schlichten Eleganz weniger erdrückend an als andere Klosterbauten. Gerippen ähnlich wachsen schmale Steinsäulen in die Höhe, Kletterpflanzen umspinnen sie, im Kreuzgang bietet sich der Blick auf einen kleinen Springbrunnen dar. Die Luft, die das Kloster umweht, schmeckt nach vergangenen Zeiten und man glaubt sie augenblicklich vor sich zu sehen, jene Nonnen und Äbte, die jahrhundertelang über diesen Ort wachten.

Blick in Angels Laden.

Zweite Skizze – der Antikhändler Angel

Mitten in dem verschlafenen Nest Garriguella hat der Restaurator und Antiquitätenhändler Angel hinter alten Scheunentoren seinen Laden geöffnet – zwei Hallen, bis zum Platzen gefüllt mit Kuriositäten und antiken Schmuckstücken. Was für eine Persönlichkeit bringt all diese schönen Dinge wieder zum Glänzen? Wovon haben Sie als Kind geträumt? Oh, ich hatte viele Träume. Am meisten wohl vom Sport, ich war Basketballspieler für Barcelona. Sind Sie eher Erinnerungs- oder Hoffnungsmensch? Erinnerungsmensch. Von welchem Traum haben Sie sich schon verabschiedet? Vom Sport. Womit sollten Sie aufhören und womit anfangen? Ich sollte aufhören zu arbeiten und anfangen, meine zweite Jugend zu leben. Was bringt im Leben weiter: Vernunft oder Unvernunft? Vernunft. Hätten Sie gerne zu einer anderen Zeit gelebt? Nein. Was würden Sie als erstes tun, wenn Sie einen Tag lang noch einmal 16 sein könnten? Ich würde meine Frau noch einmal kennenlernen. Welches ist der schönste Ort, an dem Sie je waren? Barcelona. Welche Bar würden Sie uns zum versacken empfehlen? La sirena in Roses. Eine Sache, die Sie mit auf eine einsame Insel nehmen würden? Meine …