Costa Brava, Städte und Dörfer
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Cadaqués

Cadaqués

Cadaqués beeindruckt mit Flair

Wir sind immer wieder neu fasziniert von der weiß getünchten Altstadt mit ihren windschiefen, aneinander geschmiegten Häuschen, ihren steilen, verwinkelten Gassen bis hinauf zur Kirche Santa María. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf Häuser und Meer. Besonders kurz vor Sonnenuntergang, wenn sich ein rosa Schleier über die malerische Szene legt: kleine Boote dümpeln vor dem Ufer, das Meer reflektiert die Abendsonne, die Uferfelsen kontrastieren als bizarrer Rahmen die weißen Häuser mit ihren ocker und rotfarben gesprenkelten Ziegeldächern. Grün rankt es von Balkonen und Terrassen. Mann möchte die romantische Szene mit dem Pinsel fest halten.

Kirche Santa María

Die Kirche Santa María – das Wahrzeichen von Cadaqués – thront über dem Fischerdorf

Cadaqués – Magnet für Kreative aus der ganzen Welt

Vielleicht ist das besondere Licht ein Grund, weshalb Cadaqués bis heute Maler und Kreative aus der ganzen Welt magisch anzieht. Die Liste berühmter Namen von Malern, Musikern und Schriftstellern mit Affinität zu Cadaqués ist lang: Pablo Picasso, Henri Matisse, Max Ernst, André Breton, Paul Eluard, Marcel Duchamp, Man Ray oder Gabriel García Márquez. Nicht zu vergessen: Salvador Dalí.

Der Meister Surrealisten und Aushängeschild von Cadaqués: Salvador Dalí.

Der Meister der Surrealisten konnte sich nie lange der Magie vor Ort entziehen. Er lebte, arbeitete und feierte die meis­te Zeit in seinem Haus in Port Lligat, das einen Kilometer entfernt von Cadaqués malerisch in einer kleinen Bucht liegt und heute internationaler Besucher­magnet ist.

„Sexuelle Besessenheit ist Voraussetzung für jedes künstlerische Schaffen“, erklärte einst der Meister. „Ich bin nicht nur Provokateur von Berufs wegen, sondern auch aus Veranlagung“, bekennt er ein anderes Mal. „Wichtig ist vor allem, dass das Publikum nicht unterscheiden kann, ob ich Spaß mache oder es ernst meine. Es ist sogar unwichtig, ob ich es selbst weiß.“

Provokateur und Egomane Dalí hatte im Franco-Spanien Narrenfreiheit im Tausch gegen hemmungslosen Opportunismus. Andere Künstler verließen Francos Regime und gingen ins Ausland. Er blieb und opportunierte in seinem Sinne mit  den Mächtigen: Bettenburgen, Hochhäuser und Auswüchse von Massentourismus sucht man in Cadaqués vergeblich. Als der Tourismus die Costa Brava entdeckte, verhinderte der exzentrische Maler durch seine Beziehungen zur Machtzentrale den Bau von großen Hotelkomplexen an der Bucht von Cadaqués und Port Lligat.

Wohnhaus von Salvador Dalí in Port Lligat

Das ehemalige Wohnhaus von Dalí mit Blick auf die Bucht von Port Lligat

Weiße Stadt am Meer

So konnte sich Dalís weiße Stadt ihren ursprünglichen Charme bis heute bewahren und die Kirche ist – wie früher auch – das höchste Gebäude in Cadaqués.

Dalí dominiert bis heute seine Stadt: In schwarz-weiß thront er auf einem Megaposter weithin sichtbar über Cadaqués. Von Tassen, Postern und aus Schaufenstern schaut er uns ins Auge. Seinem Ego entsprechend, kann ihn bis heute keiner übersehen. Vielleicht wacht er auch in Zukunft über Cadaqués, und verhindert Bausünden.

Fischerboote vor Cadaques

Die weiße Stadt Cadaqués mit ihrem Höhepunkt der Kirche Santa María

Shoppen und Flanieren in Cadaqués

In den letzten Jahren sind in den Gassen von Cadaqués viele kleine Boutiquen, Galerien, Bars und Restaurants in Hauseingängen und sanierten Fischerhäuschen entstanden. Neben Kitsch und Kram findet man auch ausgefallenen Schmuck, Kunsthandwerk oder entdeckt originelle Werke junger Künstler.

Abends trifft man sich in Cafés und Bars auf ein paar Drinks. Vor und im Casino am Meer mischt sich Jung und Alt, plaudern Touristen und Einheimische unterbrochen vom lauten Knattern der Mopeds, auf denen die Kids der Stadt sich kleine Rennen liefern.

Im Café El Jardín, zwischen exotischen Pflanzen, unter mediterranem Himmel weilte früher auch Dalí unter den Gästen. Der Jazzclub an der Rambla zählte ebenfalls zu seinen Adressen. Ob er gleich uns die Tapabar am Ufer liebte, ist nicht überliefert. Trotzdem bekommt man hier heute nur selten einen freien Platz. Am besten, Sie testen sich selbst durch die gastronomische Landschaft von Cadaqués.

Wer am Morgen früh aufsteht, sich am Hafen seinen ersten Kaffee servieren lässt, dabei dem Schrei der Möwen lauscht und das seichte Rauschen des Meeres genießt, findet in Cadaqués mediterrane Bilderbuchatmosphäre.

rot gestrichener Laden in Cadaques

Einer von vielen kleinen Läden in den steilen Gassen von Cadaqués

Cadaqués – das Original

Originale sind wertvoll. Denn heute wird überall kopiert und interpretiert. Die Chinesen sind Weltmeister darin.  Nicht nur Produkte  – auch architektonische Wahrzeichen wie der Eiffelturm oder ganze Orte werden zur Vorlage genommen. Ein nächstes Objekt der Begierde ist Cadaqués. Die Wirkungsstätte Salvador Dalís ist die idyllische Vorzeigeadresse der Costa Brava. Ein Eldorado des Surrealismus. Ein magischer Ort, der Salvador Dalí inspirierte und auch andere Künstler wie  Man Ray, Max Ernst und Marcel Duchamp in den Bann zog. Cadaqués brilliert bis heute mit Charme und Einzigartigkeit. Das Bauunternehmen „China Merchants Zhangzhou“ baut Cadaqués nun 1:1 an der Bucht von Xianmen gegenüber Taiwan in China nach. Dort sollen dann Jahr für Jahr 15.000 Chinesen ihre Ferien verbringen.

Imitiert zu werden, ist ein tolles Kompliment, meint Joan Bordells, Ex-Bürgermeister von Cadaqués, in der Hoffnung, dass die Chinesen sich nach der Kopie auch das Original ansehen wollen. Der „Zeit“ antwortete er in einem Interview auf die Frage nach einem besonders dreisten Fall von Raubkopie:  „Nein, nein – im vergangenen Jahr hatten wir eine offizielle Delegation aus Xiamen bei uns zu Besuch, wir sind also über die Pläne informiert. … Ein Copyright auf Cadaqués haben wir ja nicht.“ „… natürlich gibt es Dinge, die wir exklusiv behalten, weil man sie gar nicht kopieren kann … das herbe Klima, den Tramuntana, das Cap de Creus …“ Wir sind nicht besser oder schlechter, nur einfach anders, besonders. Und das lässt sich eben nicht kopieren.“

Fiesta “1900 – Un Americano a Cadaqués“

Wir lassen uns gern vom Original-Spirit des malerischen Küstenorts begeistern. Das erste Wochenende im Juni stand unter dem Motto „1900 – Un Americano a Cadaqués“. Die Veranstaltung ist jedes Jahr eine kleine Zeitreise ins 19. Jahrhundert. Damals versuchten viele Ortsansässige Ihr Glück in den Kolonien und brachten später kulturelle Einflüsse mit nach Hause.

Die Händler und Markttreibenden kleiden sich in Anlehnung traditionell und bieten ihre Handwerksprodukte auf einem Artesania-Markt feil. Begleitend finden Konzerte und Tanzveranstaltungen statt.  Das bunte internationale Treiben auf den Straßen von Cadaqués lässt sich am besten in einem der zahlreichen Straßencafés genießen. Hier lebt man bereits jetzt entspanntes Sommerfeeling.

Frau in traditioneller Kleidung aus dem 20. Jahrhundert

Diese Frau verkauft traditionelle Kleidung aus dem 19. Jahrhundert auf dem Kubafestival in Cadaqués

Cadaqués inside

Cadaqués ist immer einen Ausflug wert. Auch wenn man schon x-mal die weiße Perle am Mittelmeer besucht hat, langweilig wird es dort nie. Cadaqués steht für Charme, Kreativität, Inspiration und Sehen und Gesehen werden. Dem Alltag an der Costa Brava entrinnen kann man nirgendwo besser als im einstigen Mekka der Künstler, Lebenskünstler, Hippies und Aussteiger. Hier – wo heute auch die Reichen und Schönen ihr Domizil aufgeschlagen haben – begeistert noch immer Ursprünglichkeit.

Schmuckstand am Strand

Eine Künstlerin präsentiert ihren Schmuck an der Uferpromenade von Cadaqués

Wir kommen mit dem Boot:

Weiß schäumende Wellen, azurblaues Meer, Möwen segeln im Wind, beste Aussichten auf Fischerboote, Segler, edle Yachten und prägnante Stadtkulisse -hinein ins Abenteuer Cadaqués. Die Boje zum Anlegen ist bereits vorab gesichert und der Transfer an Land bestellt.

Zuerst einen Café con hielo am Strand: zum frisch gebrühten Café wird ein Glas mit Eiswürfel serviert. Darüber kippt man den heißen Café und schon hat man die beste Erfrischung an heißen Tagen und einen garantierten Muntermacher. Relaxt beobachten wir auf das bunte Treiben am Stadtstrand.

Anschließend trödeln wir ziellos durch die kleinen Boutiquen in den steilen Gassen. Im Schatten der weißen Häuser tummelt sich internationales Publikum – unkonventionell gekleidet im Strandoutfit die einen,  in ausgefallene Eigen-Kreationen oder bestückt mit namhaften Designerlabels die anderen. Die bunte Mischung aus Einheimischen und Gästen belebt die Stadt und sorgt für ein spannendes Straßenbild.

Ein Cafe mit Blick auf das Meer

Ein Café an der Uferpromenade mit Blick auf das Meer

Tapas im Compartir

Mittags gönnen wir uns edle Tapas im Compartir – der Name des Restaurants der ehemaligen el Bulli Köche ist Programm: Man bestellt verschiedene kleine fantasievolle Gerichte und teilt sich diese am Tisch. Ein junges engagiertes Team, dem man den Einfluss des Bulli anmerkt: ein diskreter, angenehmer, freundlicher Service.

gemütliche Sitzecke auf der Terrasse im Compartir

Das leckere Essen im Compartir kann man auf der einladenden Terrasse genießen

Siesta und die Füße im Meer

Am Nachmittag schlendern wir die Uferstraße entlang: Ein schattiges Plätzchen am Meer unser Ziel. Kleine Buchten erstrecken sich malerisch bis Port Lligat. Das Dalímuseum dort lassen wir heute aus. Wir halten einfach nur Siesta die Füße im Meer.

Die Uferpromenade mit Boot

Die Uferstraße führt am Port Lligat vorbei die Küste entlang

Die besten Cocktails der Costa Brava

Am Abend lockt dann die Premium Cocktailbar Bar Boia Nit, deren Barkeeper Vehi nicht nur die besten Cocktails der Costa Brava mixt sondern sogar auf Platz 4 der Weltrangliste der besten Barmixer agiert.

Hier die Inside-Tips für alle, die ein paar Tage länger bleiben möchten

Hotel:

Wassersport:

  • Boje reservieren : Sotamar 972 25 88 76

Shoppen:

  • in den wunderschönen Gassen Calle des Call und Calle Curos mit Besichtigung der Kirche mit seinem einmaligen goldenen Altar.
  • Beliebte Mitbringsel: Taschen-Unikate von Catherine Painvin / Künstlerische Schmuckstücke von Nerea Aixàs

Galerien:

  • Itturio, Patricia Sicardi, Patrick Domken
    Erfrischungen für zwischendrin in der Maritim Bar umd der Bar Meliton, wo schon Marcel Duchamp und Pablo Picasso Schach gespielt haben.

Abendessen:

Cocktails:

  • Bar Boia Nit – direkt am Meer mit seinem international bekannten Barkeeper Vehi

Live Music:

  • Brown Sugar, Can Shelabi

Tanz in den Morgen:

  • Disko Cafe Tropical

Von Port Lligat bis Cadaqués – Immobilien mit Meerblick – die Inside-Tips für alle, die für immer bleiben möchten

Eine weiße Feriensiedlung am Meer – nirgendwo lebt man idyllischer direkt am Mittelmeer. Schnörkellos  erinnert uns die Architektur an alte Bauhaustraditionen und beweist mal wieder, dass man in Mitten mediterraner Vegetation mit glatten weißen architektonischen Flächen, Lammellentüren und großen Fensterflächen keinesfalls langweilt, sondern gelungene Kontraste setzt. Schon stehen wir an der ersten Felsbucht zwischen Agaven und Kakteen und hören dem Schrei der Möwen zu. Der Weg schlängelt sich asphaltiert zur nächsten Bucht.

Hier baut man flache großzügige Bungalows aus Naturstein und Glas. Auch diese passen sich vorbildlich in die Landschaft und verstellen den dahinter liegenden Häusern nicht die Aussicht auf das Meer und die kleine, vorgelagerte Insel mit bombastischer Turm-Villa. Die kleine Bucht mit Kieselstrand lädt zum Verweilen ein.

Bucht zwischen Cadaqués und Port Lligat

Ein Bungalow aus Naturstein an einer Bucht auf dem Weg von Cadaqués nach Port Lligat

Die Villen der Reichen, Schönen und Berühmten

Weiter rechts löst eine Villa die nächste ab und wir  erhaschen einen Blick auf die Gartenanlagen der Reichen, Schönen und Berühmten. Gern würden wir einen Tag der offenen Villen an die Tage des offenen Denkmals angehängt wissen. So aber bleibt alles anonym – sicher auch gut so – wer will schon im Big-Brother-Haus sitzen.

Zur Besichtigung frei gegeben sind nur die wenigen Objekte, die auf dem freien Immobilienmarkt angeboten werden. Die Preise für eine Villa mit Meerblick in Cadaques liegen meist im sechsstelligen Bereich. Nur selten ist hier ein Schnäppchen zu machen. In Cadaqués zählt Lage, Lage, Lage und das Angebot an tollen Objekten am Meer ist  limitiert. Man ist hier umgeben von einem der schönsten Naturschutzgebiete Europas. Das Cap de Creus ist ein einzigartiges Naturerlebnis mit seltener Flora und Fauna.

Allerdings eines teilen sich die privilegierten Strandhausbesitzer mit allen Besuchern von Cadaqués, die eine Wanderung über die Klippen von Port Lligat nach Cadaqués wagen: den einzigartigen Meerblick vom Camí de Ronda aus weit übers Meer.

Traumvilla mit Pool an einer Bucht

Diese Luxusvilla direkt am Meer in der Nähe von Cadaqués steht zum Verkauf bereit

Immobilienmakler mit exklusiven Angeboten

Wenn Sie eine Immobilie in Cadaqués kaufen möchten, dann wenden Sie sich am besten an renommierte Immobilienmakler und schauen Sie vorab schon mal im Internet. Ein aktuelles Angebot und gute Vergleichsmöglichkeiten bietet z.B. Selected Property.

Strandhäuser, exklusive Villen in erster Meerlinie oder das Appartement mit Meerblick – viele Wünsche können realisiert werden. Egal ob Sie neu bauen möchten und noch das passende Grundstück suchen, oder ein historisches Stadthaus im Auge haben, das renoviert werden will, mit besten Kontakten zu den Baufachleuten vor Ort und kompetenten Planern und Beratern an der Seite, gelingt auch das ohne Stress aus der Ferne.

Villa mit Blick zum Verkauf

Eine Stadtvilla mit traumhaftem Blick über Cadaqués

Camí de Ronda – das Panorama begeistert

Am Camí de Ronda trifft man nicht nur auf Villen und Ferienhäuser. In der nächsten kleinen Bucht stehen die Schuppen der Fischer. Vom Zahn der Zeit benagte Boote dümpeln am Strand, und Netze und Bojen liegen verstreut. Hier scheint die Zeit stehen geblieben. Auf einem Felsvorsprung duckt sich eine alte Fischerhütte. Das Balkongeländer ist durchgerostet, und die restlichen Streben haben von Salzwasser und Wind skurrile Formen erhalten.

Weiter über die Klippen vorbei an Kakteen und blühenden Crasafeldern, durch karge Felsen um die nächste Landzunge herum blinken plötzlich die weißen Häuser von Cadaqués. Die Kirche Santa María thront über dem alten Fischerort, der heute zu einem der teuersten Refugien an der Costa Brava gehört und besonders bei der internationalen Kunstszene hoch im Kurs steht, da jeder hofft, einen Funken von dem dalínistischen Genie abzubekommen.

Das Panorama begeistert, und keine Hotelburg beleidigt das Auge. Stattdessen strahlt ein rosa Märchenschloss hinter grünen Pinienzweigen. Fischerboote dümpeln friedlich auf dem Wasser zwischen weißen und roten Bojenpunkten verankert. Möwen kreisen im Wind und das bunte Treiben der Strandcafés lockt.

Cap de Creus – Wilde Felsen, tintenfassblaues Mittelmeer, Tramuntana!

Hier, wo die Pyrenäen ins Mittelmeer tauchen – am östlichsten Punkt der iberischen Halbinsel – findet man imposante Felsskulpturen, peitscht der Tramuntana und glitzert das Wellenspiel. Weiße Wölkchen gefedert vom Wind.  Die bizarre, spärlich bewachsene Landschaft der Halbinsel, seit wenigen Jahren als Parc Natural Cap de Creus wasser- und landseitig unter Schutz gestellt, ist von wilder Schönheit. Ihre Küsten stürzen von kleineren Strandbuchten unterbrochen steil ins Meer hinab. Hier tauchen die östlichsten Pyrenäenausläufer unter die Meeresoberfläche und setzen sich in dramatischen Steilwänden und Stufen fort bis auf den Sand des Meeresbodens in 40 bis 50m Tiefe.

Die steilen Felswände im Naturpark Cap de Creus

Eine kleine Bucht eingebettet in den Felsen des Cap de Creus

Tauchgebiet par excellence

Cap de Creus gilt als Tauchgebiet par excellence. Hier findet man unter Wasser eine Fauna, die im westlichen Mittelmeer ihresgleichen sucht. Rote Edelkorallen und farbige Gorgonien siedeln zahlreich an den Fels­untergründen. Muränen, Conger und Kraken sind ebenfalls präsent.

Langusten leben bevorzugt in den tieferen Etagen der Felsenriffe und sind selten zu verfehlen. Ihre Fühler ragen unübersehbar aus dem löchrigen Fels. Die Zackenbarsche dagegen geben sich etwas zurückhaltend.

Taucher kurz vor dem Tauchgang

Ein Paradies für Taucher – Cap de Creus

Paradies der Raub- und Seevögel

Eine beträchtliche Anzahl vom Aussterben bedrohter  Raub- und Seevögel lebt an Land in den Felsen des Cap de Creus. U.a. nisten hier noch Gelb- und Schwarzschnabelsturmtaucher, Alpen- und Fahlsegler, Wanderfalke, Habichtadler, Trauer- und Mittelmeersteinschmätzer, Blaumerle, Felsen- und Rötelschwalbe, Zipp­ammer und verschiedene Grasmückenarten. Von Februar bis Mai sowie im September und November kann man zudem den Vogelzug beobachten. Dann wurden auch schon Flamingos gesichtet.

Die Felsen des Cap de Creus

Die Farbpalette der Granit- und Schieferfelsen reicht von honiggelb über blaugrau bis hin zu rostrot. Gerahmt von stahlblauem Himmel und tintenfassblauem Meer ergießt sich diese Kulisse wie ein Dalígemälde. Die Felsen des Cap de Creus schmelzen ins Meer wie seine Taschenuhren die Zeit vertropfen.

„Alle Felsen des Cap de Creus befinden sich in unaufhörlicher Metamorphose“, schreibt Dalí. Alles „ist eine Suggestion, die es erlaubt, sich spontan einen Adler, ein Kamel, einen Hahn, einen Löwen, eine Frau vorzustellen. Ich bin überzeugt, dass ich den lebendigen Kern dieser Landschaft verkörpere.“

Die Felsen rund um Cap de Creus prägten Dalís Werk, waren ihm Inspiration und Heimat zugleich. Dalí liebte die felsenen Skulpturen des Kaps als »grandioses geologisches Delirium« aus denen er sein Dalírium schuf. Er bezeichnete sich selbst zu weilen als Inkarnation des Cap de Creus.

Die bizarre Formensprache dieser Felsenwelt,  gemeißelt vom Bildhauer Natur mit den Werkzeugen Tramuntana, Sonne und Meerwasser fasziniert. Ein Spektakel der Fantasie. Wenn man sich darauf einlässt, entdeckt man gleich Dalís Tierskulpturen, Fabelwesen, Monster, menschliche Gesichter … Der Surrealismus scheint real geworden. Auch im Detail. Viele kleinere Steine mit bizarren Zacken und fließenden Linien sind spektakulär angefressen, ausgespült und angenagt vom Zahn der Zeit und der Erosion durch Wasser und Wind. Der Fantasie der Interpretation ist keine Grenze gesetzt. Je nach Stimmung und Lichteinfall reicht das Felsspektakel für Albtraumlandschaften oder Märchenwelten.

Eine Skulptur aus Felsen direkt über dem Meer

Am Cap de Creus kann man eine Vielzahl von Felsskulpturen bewundern

„Ich sehe was, was du nicht siehst.“

Expressiv und gewaltig ragt der Stein überall in den Himmel. Man kann und will sich dieser Magie nicht entziehen.

So wie einst Salvador Dalí inspiriert »Doppelbilder« schuf, dient auch uns das Sichtbare als Ausgangspunkt für Imagination und Vision. Die Landschaft fordert förmlich heraus zu dem alten Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst.“

“Das endlose Rätsel“

Die phantastischen Gestalten, die dem Stein je nach Lichteinfall und Ansicht entspringen, können genauso unseren Blick narren wie Dalís Bild von 1938 “Das endlose Rätsel“. Ein halbes Männergesicht oder eine ganze Frauenfigur, ein Schiffsrumpf oder ein Stück Hund, der zugleich ein Stück Felsenküste ist? Wer weiß. In der Kunst gibt es viele Bilder, deren Lesbarkeit sich nicht eindeutig festlegen lässt und die sich nicht auf den ersten Blick erschließen. Dalí war ein Meister darin. Wen wundert es. Schließlich lebte und arbeitete er die meiste Zeit zwischen den „Doppelbildern“ dieser Felskulisse.

Restaurant Cap de Creus

Am östlichsten Punkt Spaniens betreibt der Engländer Chris seit ein paar Jahren das Restaurant Cap de Creus (Tel. 972 19 90 05). Hier kann man auf der Panoramaterrasse mit atemberaubendem Blick über Meer und Felsen einen Imbiss nehmen. Vor allem bei Sonnenauf- und -untergang hat man eine phantastische Sicht auf die zerklüftete golden-rosa gefärbte Küste. Wenn man Glück hat, ist vielleicht auch eines der drei Apartments mit Aussicht für die Nacht frei. Besser aber rechtzeitig reservieren!

Das Informationszentrum des Naturparks Cap de Creus befindet sich im Kloster Sant Pere de Roda bei Port de la Selva.

Cap de Creus am Abend

Der atemberaubende Sonnenuntergang über dem Cap de Creus

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